air-Q Luftmessgerät analysiert Auswirkung von Pflanzen auf Luftqualität
Testmessungen

Helfen Pflanzen die Luftqualität zu verbessern?

Zimmerpflanzen dienen nicht nur zur Zierde, sondern tragen ebenfalls dazu bei das Raumklima und die Luftqualität eines Raums zu verbessern. Ihnen wird ebenfalls eine luftreinigende Wirkung zugeschrieben, da sie Schadstoffe aus der Luft filtern. Mit dem air-Q analysierten wir über 24 Stunden hinweg, wie sich Pflanzen auf die Luftqualität auswirken.

Autor:

Isabel Rüger

Datum:

8.6.2021

Die Auswirkungen von Zimmerpflanzen im Wohnraum und am Arbeitsplatz sind spürbar. So tragen Pflanzen zu einer Verbesserung des Raumklimas bei, da sie nicht nur Sauerstoff produzieren, sondern ebenfalls Schadstoffe aus der Luft filtern. Diese können sich beispielsweise aus im Raum befindlichen Materialien wie Farben, Fußböden oder Einrichtungsgegenständen lösen und werden an die Raumluft abgeben, wodurch sie in die Lunge gelangen und die Gesundheit beeinträchtigen können. Bestimmte Pflanzenarten sind besonders hilfreich, um z. B. Benzol, Formaldehyde oder Trichlorethylen aufzunehmen – alles Chemikalien, die gefährlich klingen (und sind), jedoch häufig im Innenraum vorkommen. Dabei nehmen die Pflanzen die Giftstoffe über ihre Blätter auf, neutralisieren sie und wandeln diese in unschädliche Bestandteile um. Weiterhin wird durch Fotosynthese das in der Raumluft enthaltene Kohlendioxid (CO₂) in Sauerstoff und Biomasse umgewandelt. Allerdings kommen nachts diese luftverbessernden Vorgänge bei den meisten Pflanzen zum Erliegen. In diesem Zeitraum wird sogar CO₂ abgegeben, was vor allem interessant ist, wenn es um Pflanzen in Schlafräumen geht.

Zimmerpflanzen als Luftbefeuchter

Pflanzen tragen ebenfalls dazu bei, die Luftfeuchtigkeit der Wohnräume zu verbessern. So geben sie über 90 Prozent des Gießwassers über ihre Blätter wieder an die Luft ab. Dies ist besonders in den Wintermonaten förderlich für die Gesundheit, da die Heizung die relative Luftfeuchtigkeit der Luft im Zimmer stark reduziert – oft auf weniger als 20 Prozent. So sollte die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen oder Büros generell nicht unter 30 Prozent sinken; empfehlenswert ist eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent (siehe dazu unser Beitrag zur Mindestfeuchte). Abhängig von der jeweiligen Pflanzenart, Menge der Pflanzen im Raum, der Raumgröße sowie den Gießintervallen kann dadurch die Luftfeuchtigkeit um 5 bis 20 Prozent erhöht werden. Im Sommer wiederrum sind Pflanzen ebenso hilfreich, da durch den Luftreinigungsprozess sowie die Feuchtigkeitszufuhr die Temperatur reguliert werden kann.

air-Q Lab – 24-Stunden-Analyse der Luftqualität

In unserem Test überprüften wir mithilfe des air-Q die Auswirkungen von Zimmerpflanzen auf die Raumluft. Für den Versuchsaufbau platzierten wir verschiedene Grünpflanzen zusammen mit dem air-Q für 24 Stunden unter einer luftdichten Glaskuppel. So sollten äußere Einflüsse auf die Luft weitgehend ausgeschlossen werden. Untersucht wurden dann die Messgrößen

  • Luftfeuchtigkeit
  • Kohlendioxid
  • VOC
  • sowie die Raumtemperatur

Diese Werte wurden mit den Sensoren im air-Q gemessen und im Zeitverlauf verfolgt.

Der Test startete am Nachmittag gegen 15 Uhr. Zu Beginn sank der CO₂-Messwert bei Tageslicht noch leicht, stieg dann jedoch ab ca. 18 Uhr von ca. 750 ppm (part per million) bis auf 1.000 ppm bis zum Sonnenaufgang. Bei Tageslicht sank der CO₂-Wert unter der Glaskuppel wieder und erreichte ca. 600 ppm, was auf das Einsetzen der Fotosynthese der Pflanzen bei Tageslicht zurückzuführen ist.

Die Luftfeuchtigkeit stieg im Verlauf des Tests beständig an, bis sie fast 100 Prozent erreichte. Die Temperatur sank über Nacht und stieg im Laufe des Tages wieder – nicht überraschend, denn tagsüber ist es im Büro wärmer.

Der VOC-Wert ist schwer zu interpretieren – er sank nachts leicht und stieg tagsüber aus unspezifischen Gründen wieder an – allerdings auf einem sehr geringen Niveau. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Erde im Topf VOCs abgibt, da es sich hierbei um ein organisches Produkt handelt, bei dem ein Zersetzungsprozess im Hintergrund im Gange ist. Das gilt es weiter zu untersuchen, z. B. indem künstlich VOCs zugefügt werden, um anschließend den Abbauprozess zu beobachten.

Der Test bestätigte somit, dass Zimmerpflanzen grundsätzlich die Luftqualität positiv beeinflussen. So konnten die Testpflanzen zu einer höheren Luftfeuchtigkeit beitragen, was das Risiko von Erkältungskrankheiten verringern kann. Da schnell bereits eine Sättigung erreicht wurde mit knapp 100 Prozent, ist davon auszugehen, dass der Effekt auch im Zimmer messbar ist.

Ebenso wurde nachgewiesen, dass Pflanzen mehr CO₂ abgeben, wenn der Fotosynthese-Prozess zum Erliegen kommt. Unser Testaufbau hatte ein Luftvolumen von lediglich weniger als 0,1 m³. Ein normales Zimmer von 20 qm hat ca. 50 m³ Luftvolumen, ist also um mehr als den Faktor 500 größer. Rechnet man die tagsüber positive sowie nachts negative CO₂-Bilanz der Pflanzen hoch, liegt der Effekt selbst bei mit Pflanzen vollgestellten Fensterbänken im einstelligen ppm-Bereich. Man muss also keine Angst haben, dass einem nachts der Sauerstoff ausgeht.

Weitere Tests in unserem air-Q Lab stehen dazu an!

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