Heuschnupfen und Luftqualität Definition Diagnose Symptome Behandlung
Luftqualität

Luft & Heuschnupfen: Definition, Diagnose, Symptome, Behandlung

Die milden Temperaturen lassen schon im Januar die ersten Frühblüher aus ihrem Winterschlaf erwachen. Und damit beginnt für viele Allergiker schon jetzt die Heuschnupfen-Saison. Doch was genau ist Heuschnupfen? Wie entsteht er und wie kann er vermieden werden?

Autor:

Maria Heß

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Verschmutzte Luft trägt nicht nur zum Klimawandel und damit zur Verschiebung der Blütezeiten bei. Sie führt zu einem Anstieg allergischer Erkrankungen im Allgemeinen und dem Heuschnupfen – also der Allergie gegen Pollen - im Besonderen. Der Grund: Grobe und ultrafeine Partikel sowie Stickoxide docken sich an die Pollen an. Eine verheerende Kombination: Sie kann nicht nur Allergien verschlimmern, sondern auch deren Auslöser sein.

Viele Luftschadstoffe - u.a. Schwefeldioxid, Feinstaub, Ozon - wirken belastend auf die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System und können Allergie-Symptome verstärken. Zu trockene und zu heiße Luft, aber auch flüchtige organische Verbindungen, trocknen die Schleimhäute aus, die so anfälliger sind für Allergene.

In den Schleimhäuten werden durch schadstoffbelastete Atemluft außerdem Sauerstoffradikale freigesetzt, wodurch entzündungsfördernde Partikel in den Körper gelangen. Auch die Augen und Schleimhäute werden durch schlechte Luftqualität in Mitleidenschaft gezogen.

Um die Beschwerden durch allergischen Schnupfen bzw. Heuschnupfen zu reduzieren, ist es für Allergiker wichtig, nicht nur über die allergische Erkrankung Bescheid zu wissen, sondern auch stets über die Bestandteile der Atemluft informiert zu sein.

Definition Heuschnupfen: Allergie gegen Pollen

Heuschnupfen ist die allgemein verwendete Bezeichnung für eine Allergie gegen Pollen, die sogenannte Pollinosis. Auslöser für Heuschnupfen ist das männliche Erbgut von Pflanzen, die Pollen, die in der Blütezeit durch Insekten oder den Wind in der Luft verbreitet werden. Aus der Atemluft gelangt der Blütenstaub auch in die Atemwege und die Augen. Bei Allergikern kann dieser Kontakt zu einer Überreaktion des Immunsystems führen und somit jedes Jahr aufs Neue Heuschnupfen auslösen.

Von Insekten bestäubte Pflanzen sind im Allgemeinen verträglicher. Denn: Deren Pollen sind vergleichsweise schwer und klebrig – und finden sich relativ selten in der Atemluft. Windbestäubende Pflanzen hingegen stoßen große Mengen an Pollen aus, die deutlich kleiner und leichter sind. Das macht sie besonders flugfähig - so befinden sie sich für lange Zeit und größere Distanzen in der Luft. An windigen, warmen und trockenen Tagen ist die Pollenbelastung am höchsten – und damit auch die Heuschnupfen-Plage.

Wann und wie lang ein Betroffener unter Heuschnupfen leidet, ist neben der Witterung auch abhängig von der geografischen Lage. Die ersten frühblühenden Bäume, wie Erle, Haselnuss und Birke, lassen in unseren Breiten schon ab Ende Januar ihren Blütenstaub vom Wind verbreiten. Später folgen diverse Gräser- und Getreidearten. Und bis in den Herbst hinein blühen schließlich Kräuter, wie Nesseln, Beifuß und Wegerich.

Häufig entstehen die Allergien gegen Pollen schon im Kindesalter, können allerdings auch erst im Erwachsenenalter auftreten. Die Stärke der Reaktion kann von Jahr zu Jahr variieren und über einen gewissen Zeitraum sogar stumm bleiben. Viele Betroffene reagieren auf mehrere, verschiedene Pflanzen. Somit kann der Zeitraum, in dem die Beschwerden auftreten, über mehrere Monate und im schlimmsten Fall sogar von Januar bis Oktober andauern.

Falls keine Diagnose und keine angemessene Behandlung erfolgt, kann sich Heuschnupfen zu allergischem Asthma entwickeln. Dieser sogenannte „Etagenwechsel“ trifft auf ca. 30 Prozent der Heuschnupfen-Patienten innerhalb von zehn Jahren zu.

Symptome von Heuschnupfen und allergischem Schnupfen

Wie allergisches Asthma und Neurodermitis gehört auch Heuschnupfen zu den sogenannten atopischen Erkrankungen. Kennzeichnend ist, dass die Betroffenen aufgrund einer erblichen Neigung ein erhöhtes Risiko haben, Allergien  zu entwickeln. Die Symptome von Heuschnupfen als jahreszeitlich bedingter allergischen Rhinitis und der ganzjährigen (perennialen) allergischen Rhinitis, die etwa durch Hausstaubmilben ausgelöst wird, sind identisch.

Im Allgemeinen werden die in der Luft vorhandenen Allergene eingeatmet und vom Körper als vermeintliche Schadstoffe erkannt und bekämpft. Dabei kommt es zu zahlreichen Symptomen:

  • Niesreiz sowie Überempfindlichkeit der Nase (bis hin zu Niesanfällen)
  • Laufende Nase (d.h. verstärkter Ausfluss von klarem, wässrigem Nasensekret)
  • Juckreiz in Nase, Mund- und Rachenraum sowie Augen und Ohren
  • Brennen und Rötungen im Auge sowie erhöhter Tränenproduktion (Bindehautentzündung)
  • Erschwerte bzw. pfeifende Atmung, trockener Husten
  • Begleitsymptome, wie: Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, Kopfdruck, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl
  • Ggf. Schlafstörungen

Je nach Auftreten der Beschwerden, wird auf Basis einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO beim allergischen Schnupfen unterschieden zwischen persistierender und intermittierender Rhinitis. Ersteres bedeutet, dass Symptome über einen längeren Zeitraum von mindestens vier Wochen auftreten und teilweise über das gesamte Jahr hinweg spürbar sind. Hierzu zählen dementsprechend die Hausstaubmilbenallergie, die Tierallergie sowie diverse Berufsallergien, ausgelöst durch das Einatmen chemischer Substanzen bzw. spezifischer Stäube.

Intermittierender Schnupfen tritt dagegen entweder mit Unterbrechungen auf oder kehrt in bestimmten Abständen wieder. Diese zumeist saisonal auftretende Erscheinungsform der allergischen Rhinitis wird umgangssprachlich auch als „Heuschnupfen“ bezeichnet.

Allergischer Schnupfen: Diagnose & Behandlung

Bei der Diagnostik von allergischem Schnupfen ist es besonders wichtig, den Heuschnupfen von anderen Erkrankungen zu differenzieren. Ähnliche Symptome können auch folgende Ursachen haben:

  • von Viren oder Bakterien ausgelöste akute oder chronische Entzündungen der Nasenschleimhäute → meist verursacht durch eine Grippe oder einen grippalen Infekt
  • toxisch-irritative Rhinitis → Schnupfen, ausgelöst durch Umweltschadstoffe, die die Nasenschleimhaut reizen, z.B. Tabakrauch, berufliche Schadstoffe
  • Unverträglichkeiten (nicht-allergisch) gegenüber Nahrungsmitteln bzw. Medikamente oder durch Nebenwirkung von Arzneimitteln
  • Durch hormonelle Veränderungen ausgelöste Rhinitis → z.B. durch Schilddrüsenunterfunktion, während der Schwangerschaft oder den Wechseljahren
  • Internistische Erkrankungen → z.B. Gefäß- oder Kreislauferkrankungen
  • Strukturelle Auslöser → beispielsweise anatomische Ursachen (z.B. Verkrümmungen der Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuschel, Polypen), Tumore oder Fremdkörper

Kann der entsprechende Facharzt, in der Regel der Hals-Nasen-Ohrenarzt, all diese Krankheiten ausschließen, folgt meist ein Prick-Test. Bei diesem werden Allergene auf den Arm aufgetragen und durch kleine Stiche direkt in die Haut gebracht. Liegt eine Allergie vor, kann sie durch eine Reaktion an der jeweiligen Stelle nachgewiesen werden. In den meisten Fällen reicht ein solcher Prick-Test als verlässlicher Allergietest aus. Doch in manchen Fällen, wie z.B. bei unklaren Testergebnissen oder aus medizinischen Gründen, kann der Arzt zusätzlich oder alternativ einen Bluttest verordnen.

Allergenkarenz als Behandlungsmethode

Stellt der Arzt als Diagnose eine Allergie fest, ist die beste aller Behandlungen die sogenannte Allergenkarenz, d.h. das Vermeiden der auslösenden Allergene. Bei Kontaktallergien, besonders bei jenen, deren Allergene durch die Luft in den Körper gelangen, ist diese Behandlungsmethode aber oft schwierig anwendbar.

Natürlich hilft es, nach dem Blick auf den Pollenflug-Kalender, zu bestimmten Uhrzeiten das Fenster geschlossen zu halten und an warmen und trockenen Tagen auf sportliche Aktivitäten zu verzichten. Auch die regelmäßige Reinigung von Haut, Haaren und Textilien und regelmäßige Nasenduschen können ein wenig Abhilfe verschaffen.

Für die meisten Heuschnupfen-Patienten ist die Allergenkarenz allerdings keine besonders erfolgsversprechende Therapie, da es sich bei Pollen um Inhalationsallergene handelt, die sich nur schwer vermeiden lassen. Daher bietet sich in vielen Fällen eine medikamentöse Behandlung der Symptome an, die entweder lokal (topisch) oder innerlich (systemisch) Anwendung finden.

Hilfreich sein können z.B. Cromone und Anti-Histaminika sowie abschwellende, entzündungshemmende oder befeuchtende Nasensprays und Augentropfen mit anti-allergischen Wirkstoffen.

Eine mittlerweile recht erfolgsversprechende Behandlungsmethode ist die spezifische Immuntherapie (SIT). Auch bekannt als Hyposensibilisierung, dauert diese Therapie meist zwischen einem und drei Jahren, und zeigt bei zirka 80 Prozent der Pollenallergiker Wirkung.

Die Überreaktion des Körpers auf die jeweiligen Allergene soll durch diese Behandlungsmethode Schritt für Schritt abgebaut werden. Dafür werden diese Allergene kontrolliert und in steigender Konzentration durch Tabletten, Tropfen oder Injektionen dem Körper zugeführt, um dadurch die Toleranz des Immunsystems demgegenüber zu bewirken.

Breite Behandlung – Luftqualität im Blick

Um die Beschwerden zu reduzieren und andere allergische Erkrankungen neben dem Heuschnupfen zu verhindern, sollten alle Behandlungsmethoden in Erwägung gezogen werden. Zudem bietet es sich an, auch die Luftqualität ständig im Blick zu behalten, um Allergien zu vermeiden. Nur so lässt sich einsehen, inwiefern sich Allergene in der Atemluft befinden, und ob eine eventuelle Schadstoffbelastung die Symptome verschlimmern. Je nach individueller Luftqualität können auch Luftreiniger oder Luftbefeuchter helfen.

(Bild: Pixabay / Free-Photos)

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