Schimmelbildung im Winter durch zu hohe Luftfeuchtigkeit
Luftqualität

Winterzeit – Schimmelzeit? Schimmel und ungesunde Luft vermeiden

Schimmel im Wohnraum ist gesundheitsschädlich, jedoch oft nicht sofort mit bloßem Auge sichtbar. Dennoch wirkt er sich negativ auf die Gesundheit aus und sollte bestenfalls gar nicht erst entstehen.

Autor:

Isabel Rüger & Mario Körösi

Datum:

21.12.2020

Bislang gibt es keine Grenzwerte für eine Schimmelbelastung, da unklar ist ab welcher konkreten Konzentration von Schimmelsporen in der Luft eine gesundheitliche Gefahr besteht. Es gibt unterschiedliche Arten von Schimmel von denen einige im Verdacht stehen besonders gefährlich zu sein (z. B. Schwarzschimmel). Deshalb sollte Schimmel in der Wohnung generell vermieden werden.

Schimmel kann krank machen

Schimmel in der Wohnung kann unterschiedliche Beschwerden hervorrufen. So können die eingeatmeten Sporen sowie Begleiterscheinungen von Schimmel (VOC-Gase durch sich zersetzendes organisches Material) allergische oder reizende Reaktionen verursachen oder bereits bestehende Erkrankungen – insbesondere die der Atemwege – verstärken. Die Symptome sind unspezifisch und reichen von Augenbrennen, Kopf- und Gelenkschmerzen über Entzündungen der Schleimhäute sowie Atemproblemen bis hin zu Magen-Darm-Beschwerden. Um dies zu vermeiden, sollte Schimmel im Wohnraum aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen schnellstmöglich beseitigt werden. Besser noch sollte Schimmel gar nicht erst entstehen.

Entstehung von Schimmel

Zu Schimmelbefall kann es sowohl in Alt- als auch Neubauten kommen, denn der Pilz benötigt dafür lediglich Wärme, Wasser sowie organisches Material. Letzteres ist überall zu finden; so kann beispielsweise Holz, Tapete, Putz, Kleister oder auch Staub als Nährboden dienen. Schimmel im Innenraum ist fast ausschließlich ein Winterproblem. Durch die warme Heizungsluft werden die optimalen Bedingungen für Schimmel geschaffen. Häufig wird wegen der kalten Temperaturen nicht regelmäßig gelüftet. Durch Menschen, Pflanzen und Tiere steigt dann die Luftfeuchtigkeit im Innenraum an.

Schimmel und Luftfeuchtigkeit

Kritisch wird es dann, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum so hoch ist, dass Wasser beispielsweise an den Außenwänden, Fenstern oder Fensterrahmen beginnt zu kondensieren. Der Grund liegt in der sehr unterschiedlichen Temperaturverteilung im Raum – in der Mitte des Raumes können es angenehme 21 Grad sein, zugleich ist es in Fensternähe oder direkt an der Wand oft einige Kelvin kühler. Während die absolute Luftfeuchte überall im Raum gleich ist (unten im Beispiel 9,16 g/m³), kann die relative Luftfeuchte schnell bis an den Kondensationspunkt (siehe auch Taupunkt) steigen, wodurch sich Kondenswasser bildet.

Schimmelbildung in Abhängigkeit von Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Vor allem im Schlafzimmer kann es häufig zur Schimmelbildung kommen, da dies meist der kälteste Raum ist und nachts die Luftfeuchtigkeit des Raumes durch die ausgeatmete Luft stark zunehmen kann. Aufgrund des fehlenden Luftaustausches kann sich so Kondenswasser an kalten Oberflächen, wie z. B. den Fenstern, bilden. Ebenso kann sich in der Küche schnell Schimmel bilden, da durch das Kochen oder Spülen Wasserdampf entsteht, wodurch die Luftfeuchtigkeit im Raum generell ansteigt. Herrschen große Temperaturunterschiede zwischen den verschiedenen Räumen einer Wohnung, kann dies ebenfalls Schimmel in den kühleren Räumen begünstigen. So sollte in allen Wohn- sowie Schlafräumen die Temperatur mindestens bei 16 Grad liegen. Aquarien oder Pflanzen können ebenfalls für einen Anstieg der Luftfeuchte sorgen, da so fortlaufend Wasserdampf an die Luft abgegeben wird.

Vermeidung von Schimmel: Luftfeuchtigkeit kontrollieren und Lüften

Richtiges Heizen und Lüften sind essenziell, um Schimmelbefall zu vermeiden. So sollte nach dem Duschen, Baden, Kochen oder auch Bügeln großzügig gelüftet werden, damit der entstandene Wasserdampf nach draußen ziehen kann. Dafür sollten die Fenster am besten komplett geöffnet werden und für fünf bis zehn Minuten gut durchgelüftet werden. Außerdem sollte, wenn möglich, auf das Trocknen von Wäsche in den Wohnräumen verzichtet werden oder andernfalls darauf geachtet werden, dass eine regelmäßige Frischluftzufuhr besteht. Ebenso sollte beim Aufstellen der Möbel beachtet werden, dass Heizkörper nicht verdeckt werden und die warme Raumluft stets gut vor den kühleren Außenwänden zirkulieren kann, um Kälte-Wärme-Brücken (d. h. Stellen an denen der Taupunkt leicht erreicht werden kann) zu vermeiden.

Je höher also die Luftfeuchtigkeit, desto besser sind die Bedingungen für Schimmel. Dementsprechend sollte die Luftfeuchte insbesondere im Winter stets kontrolliert werden und unter 60 Prozent liegen, um Schimmelbefall so gut wie möglich vorzubeugen. Dennoch sollte die relative Luftfeuchtigkeit auch nicht zu niedrig sein, um ein Austrocknen der Schleimhäute zu verhindern (siehe Blogartikel zur Mindestluftfeuchte).

Ein Verfolgen der Luftfeuchtigkeit über den Tag kann helfen Feuchte-Peaks sichtbar machen und Schimmel vorzubeugen. Das kann mit einfachen Hygrometern oder leichter noch – dem air-Q – problemlos bewerkstelligt werden. Denn dieser überwacht und zeichnet fortlaufend alle Messgrößen wie Luftfeuchte, Temperatur und auch Luftschadstoffe auf.

(Titelbild: Pixabay / StockSnap)

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