Luftqualität am Arbeitsplatz Raumllima für Leistungsfähigkeit
Luftqualität

Dicke Luft im Büro – wie gutes Raumklima die Leistungsfähigkeit sichert

In Deutschland gilt für die Luftqualität am Arbeitsplatz die Arbeitsstättenverordnung – konkret die Arbeitsstättenregeln. Doch mit der „gesundheitlich zuträglichen Atemluft“ ist es im Büro oft nicht weit her. Es herrscht vielmehr dicke Luft in vielen Büros, gerade in Großraumbüros mit vielen Mitarbeitern. Wie gelingt es trotzdem, durch gutes Raumklima die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer zu sichern?

Martin Jendrischik

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Die Arbeitsstättenverordnung beschreibt, dass in umschlossenen Arbeitsräumen „gesundheitlich zuträgliche Atemluft in ausreichender Menge vorhanden sein“ müsse. In der Regel entspreche dies der Außenluftqualität. Der Stickstoffdioxid-Grenzwert in Büros liegt demnach bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresdurchschnitt. Dieser Wert ist auf Basis der Luftqualitätsrichtlinie der EU sowie der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegt und in das Immissionsschutzgesetz übernommen worden. Ziel des Grenzwerts ist, Säuglinge, Kinder, Kranke, Schwangere oder alte Menschen zu schützen. Die Arbeitsstättenregeln legen für das Raumklima in normalen Büros – zum Schutz der Arbeitnehmer – einen vergleichbaren Wert fest.

Für Verwirrung sorgt ab und an, dass es noch einen Grenzwert aus den 1990er Jahren gibt, der bei 60 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt und sich auf den Wochenmittelwert für Innenräume bezieht. Dieser Wert gilt aber lediglich als Richtwert, der ursprünglich von einer Innenraumluft-Hygiene-Kommission lange vor der EU-Richtlinie definiert wurde. Gegenüber dem ARD-Faktenfinder empfiehlt das Umweltbundesamt aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse allerdings, diesen Wert nicht mehr anzuwenden. Eine Anpassung steht in den kommenden Jahren bevor.

Welche Grenzwerte für Kohlendioxid in Büros und am Arbeitsplatz gelten, ist auf der Messwerte-Seite nachzulesen.

Weniger Leistungsfähigkeit durch schlechte Luft

Gesunde Raumluft und ein gutes Raumklima prägen entscheidend das Wohlbefinden der Büro-Mitarbeiter, deren Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Das Gehirn braucht ausreichend Sauerstoff, um auf dem Niveau höchster Leistungsfähigkeit arbeiten zu können. Entscheidend für dauerhaft gesunde Luft im Büro ist weniger der sinkende Sauerstoff-Anteil bei verbrauchter Luft, sondern vor allem der Kohlendioxidgehalt der Atemluft: Frische Luft besteht zu 21 Prozent aus Sauerstoff und enthält ungefähr 0,04 Prozent CO2 (400 ppm). Beim Ausatmen geben wir Luft in das Büro zurück, die einen Sauerstoffgehalt von 16 Prozent hat, aber vier Prozent Kohlendioxid enthält (40.000 ppm).

Während der Sauerstoffgehalt der Luft im Großraumbüro also langsam abnimmt und erst nach Stunden die kritische Marke von 18 Prozent unterschreitet, wird durch die hochkonzentrierte Atemluft der Kohlendioxidanteil sehr schnell erhöht. Jeder kennt es: Eine Stunde konzentrierte Arbeit in einem geschlossenen Konferenzraum führt oft zu Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten – das passiert schon ab Kohlendioxidgehalten zwischen einem und 2,5 Prozent. (1.000 bis 2.500 ppm).

Der offizielle Arbeitsplatzgrenzwert liegt bei 5.000 ppm – die Arbeitsgruppe des Umweltbundesamtes bewertet Konzentrationen von weniger als 1.000 ppm als unbedenklich. Werte zwischen 1.000 und 2.000 sind als „auffällig“ klassifiziert, Konzentrationen von mehr als 2.000 ppm gelten als inakzeptabel.

Gesundheitliche Folgen dicker Raumluft

Dicke oder schlechte Luft hat nachgewiesenermaßen Einfluss auf unsere Gesundheit. Steigt der CO2-Gehalt im Blut, erweitern sich die Blutgefäße, damit sie möglichst viel Sauerstoff erhalten. Passiert dies, sinkt der Blutdruck, was zur Schlappheit oder Müdigkeit führt. Dabei reichen die Probleme von leichten Beschwerden bis zu chronischen Schäden:

  • Wohlbefinden: Schlechte Luft im Büro reduziert das menschliche Wohlbefinden erheblich. Das äußert sich als Müdigkeit oder Gereiztheit oder in schwankenden Stimmungen. Führt sich das fort, können plötzliche Kopfschmerzen oder Übelkeit die Folge sein. Oft wird dieser Effekt auch als „Sick Building Syndrom“ beschrieben.
  • Schleimhäute: Das kontinuierliche Einatmen mieser Luft kann zu Reizungen der Schleimhäute bis hin zur Kehlkopfentzündung führen.
  • Augen: Neben den Atemwegen sind auch die Augen anfällig – so kann eine Bindehautentzündung auch eine Folge schlechter Raumluft sein.
  • Allergien: In schlechter Luft kommen wir mit Allergenen wie Hausstaubmilben, Schimmelsporen, Haaren oder Hautschuppen in Berührung. Dieser Kontakt kann zu Schnupfen, allergischem Asthma oder gar Hautekzemen führen.
  • Rücken- und Nackenschmerzen: In Büroumgebungen führt Zugluft oder kalte Luftströmungen oft zu Schmerzen im Rücken- oder Nackenbereich

Viele der genannten Symptome werden durch stundenlanges Sitzen und somit Bewegungsmangel verstärkt.

Wie sichert man die Leistungsfähigkeit?

Grundlegende Empfehlung zur Vermeidung dicker Luft im Büro ist es, die Luftqualität zu überprüfen – und dann zu reagieren, wenn beispielsweise der Kohlendioxidgehalt die kritische Grenze von 1.000 ppm übersteigt. Hierzu kann der Luftanalysator air-Q ideal genutzt werden.

Beim Lüften ist zu beachten, dass das oder die Fenster nicht gekippt, sondern vollständig geöffnet werden. Durch das Kippen der Fenster entsteht Zugluft. Grundsätzlich ist empfehlenswert, im Rhythmus von zwei Stunden maximal fünf Minuten zu lüften. Lüften gegen schlechte Luft zur Sicherung der Leistungsfähigkeit hat aber auch Nachteile: Befindet sich das Fenster beispielsweise zu einer viel befahrenen Straße, kommt ggf. Ozon, Feinstaub oder Pollen von außen ins Büro.

Um ineffektives Lüften auszuschließen, hilft wiederum der air-Q: Durch die Aufzeichnung der Entwicklung der Luftqualität in Echtzeit, kann exakt nachvollzogen werden, welche Werte sich durch das Lüften verbessert oder verschlechtert haben. Daher gilt es, die richtige Uhrzeit für längeres Lüften herauszufinden.

Lüften ist aber natürlich auch über geöffnete Türen möglich: Wenn sich vor dem Haus keine viel befahrene Straße oder ein großer Parkplatz befindet, kann das Lüften durch geöffnete Türen wirksamer sein als das Lüften durch Fenster. Denn damit gelingt der Austausch auch der Luft, die sich unterhalb der Fenster befindet, zuverlässiger.

Weitere Tipps für besseres Raumklima:

  • Drucker oder Kopierer in separate Räume platzieren
  • Täglich den Boden feucht wischen
  • Pflanzen einsetzen, um ein biophiles Raumklima zu schaffen, CO2 ein wenig zu absorbieren und trockener Luft entgegenzuwirken
  • Luftreiniger (mit großem Luftdurchsatz und mehreren Filtern) oder Luftbefeuchter einsetzen
  • Mitarbeiter sollten auf stark duftende Parfums, Cremes etc. verzichten

Weniger dicke Luft im Büro zur Steigerung von Wohlbefinden, Konzentration und Leistungsfähigkeit durch gesundes Raumklima ist keine Hexerei. Wer bewusst die Tipps beherzigt und die Luftqualität kontinuierlich überwacht, kann seiner Arbeit ohne Kopfschmerzen und Einschränkungen nachgehen.

(Bild: unsplash/ Alex Kotliarskyi)

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