Gastherme mit Steuerungskasten und Warnung vor Gasexplosion
Luftqualität

Sicher heizen mit Gasheizung & Gastherme

Gasheizungen sorgen leider immer wieder für verheerende Gasunfälle mit hohem Sach- und auch Personenschaden. Denn unter bestimmten Bedingungen entzündet sich das Gas und führt zu einer Explosion. Allein im Dezember 2021 forderten Explosionen in Melle sowie auf Sizilien Opfer. Wir erklären, wie eine Gasexplosion entsteht und wie Sie dieser vorbeugen.

Autor:

Undine Jaehne

Datum:

7.1.2022

Das zum Heizen verwendete Erdgas besteht mit 75 bis 99 % hauptsächlich aus dem Kohlenwasserstoff Methan (CH₄). Neben Methan sind noch diverse andere Gase enthalten: wie Kohlendioxid, Stickstoff, Ethan, Ethen, Propan, Butan sowie geringe Mengen von Edelgasen. Der Einfachheit halber nennen wir das Heizgas im Artikel “Gas”, auch wenn wir uns nicht auf alle gasförmigen Stoffe wie etwa Sauerstoff beziehen.

Eine Gasexplosion kann sich mit einer solchen Wucht entladen, dass ganze Wohnhäuser zerstört und Menschen tödlich verletzt werden. Bei einer Gasexplosion entzündet sich ein explosives Gasgemisch und brennt in sehr kurzer Zeit ab. Abhängig von der Gasmenge, dem Druck im Raum und der Temperatur des Gases entsteht entweder eine Verpuffung oder das Gemisch detoniert.

Wie sicher ist das Heizen mit Gas?

Obwohl sich in den letzten Jahren regenerative Energieträger verstärkt in Deutschland verbreiten, bleibt Erdgas ein beliebter Heizstoff. Gasheizungen sind in zahlreichen Ein- und Mehrfamilienhäusern verbaut. Gründe hierfür sind, dass Gasheizungen:

  • relativ sauber arbeiten und einen hohen Wirkungsgrad haben.
  • gut regulierbar sind.
  • eine relativ geringe Schadstoffemission verursachen.
  • verhältnismäßig wartungsarm sind. Denn der Heizkessel muss nur einmal jährlich von einem Schornsteinfeger überprüft werden.

Trotz dieser Vorteile birgt das Heizen mit Gas jedoch auch Gefahren. Denn bereits geringe Konzentrationen sind explosionsfähig, da Gas bzw. Erdgas, das hauptsächlich aus Methan besteht, ein hochexplosiver Brennstoff ist. Besonders wenn Innenräume nicht ausreichend belüftet werden, wie im Winter, steigt die Gefahr. Denn durch Leitungslecks, fehlerhafte Geräte, ein defektes Ventil oder ein nicht korrekt angeschlossenen Gasherd gelangt austretendes Gas in die Raumluft und kann hier schnell kritische Grenzwerte erreichen. Bereits kleine Mengen Gas reichen aus, um eine Explosion hervorzurufen.

Kann man ein Gasleck riechen?

Das Problem hierbei ist, dass Erdgas nicht riecht. Daher werden dem Heizgas  Duftstoffe beigemischt. Hierfür werden chemisch, beißende oder leicht schweflige Gerüche genutzt, sodass das ausströmende Gas wahrnehmbar wird. Allerdings werden diese Gerüche nur bemerkt, wenn auch Personen anwesend sind und diese nicht z. B. gerade schlafen. Richtiges Lüften ist daher beim Heizen mit Gas wichtig, aber nicht ausreichend. Vielmehr sollten Sie alle Leitungen und Geräte, die mit Gas betrieben werden, regelmäßig überprüfen. Denn die Gasversorger sind ausschließlich für die Sicherheit des Gastransports bis zum privaten Hausanschluss verantwortlich, ab Ihren eigenen vier Wänden sind Sie zuständig.

Wie entsteht eine Gasexplosion?

Damit Gas explodiert, braucht es eine explosionsfähige Gasatmosphäre und eine Zündquelle. Erdgas besteht zu 75 bis 99 % aus Methan, dessen untere Explosionsgrenze bei 4,5 Volumenprozent liegt. Zum Vergleich: der Sauerstoffanteil in der Luft liegt bei knapp 21 Volumentprozent. Bereits ab einer recht geringen Menge Erdgas/Methan kann es somit zu einer Explosion kommen.

Zündquellen können sowohl elektrischer als auch mechanischer Natur sein. Ist im Raum eine ausreichende Konzentration vorhanden, kann bereits ein Funke das Gas entzünden und es kommt zu einer Kettenreaktion, in der das Gas schlagartig verbrennt, zusammen mit einer massiven Druckwelle. Hierzu reichen schon die Abreißfunken beim Betätigen des Lichtschalters, Funken aufeinander prallenden Metalls oder kleine Flammen beim Anzünden von Kerzen aus.

Wie verhindere ich eine Gasexplosion?

Wenn Sie ein Gasleck vermuten, sollten Sie Ihre Finger von elektrischen Geräten, Steckern, Handys sowie Türklingeln lassen. All diese Geräte können den initialen Funken für eine Gasexplosion liefern. Bei einem Gasleck sollten Sie schnell handeln:

  1. Verringern Sie die Gaskonzentration, indem Sie alle Fenster und Türen weit öffnen. So kann sich das Gas mit der Außenluft vermischen.
  2. Löschen Sie unverzüglich offenes Feuer: etwa brennende Kerzen, glimmende Zigaretten oder Ihren eingeschalteten Gasherd. 
  3. Verhindern Sie, dass weiteres Gas in den Raum strömt, indem Sie den Absperrhahn des Gaszählers absperren.
  4. Warnen Sie weitere Hausbewohner per Klopfzeichen oder Rufen – nicht mittels Klingeln und verlassen Sie das Haus zügig.

Nicht nur eine Gasexplosion ist gefährlich, sondern auch das Einatmen hoher Gasmengen je nach Zusammensetzung. Denn dies kann zu Atemproblemen führen, die Atem- und Herzfrequenz erhöhen oder gar niedrigen Blutdruck mit Schwindel sowie Benommenheit auslösen. Außerdem kann sich der Sauerstoffmangel auf das zentrale Nervensystem auswirken und Schläfrigkeit, Taubheit in Armen sowie Beinen oder gar geistige Verwirrung und Gedächtnisverlust verursachen. Sollten Sie vermehrt Gas eingeatmet haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren.

Sicher Heizen mit Gas – überwachen Sie die Methanwerte

Da Erdgas hauptsächlich aus dem Kohlenwasserstoff Methan (CH₄) besteht, gilt es, Methan als Hauptbestandteil des Gases in der Raumluft zu überprüfen. So können Sie ein drohendes Gasleck beizeiten bemerken. Der Luftanalysator air-Q bietet Ihnen als einziges Luftmessgerät einen Methansensor, der das Gas spezifisch detektierbar macht. Dank der Infrarot-Absorption gibt es nahezu keine Querempfindlichkeiten für andere Luftbestandteile und Sie können Ihre Raumluft speziell für diesen Messwert auswerten. In Echtzeit misst der air-Q die Luftqualität und warnt Sie, wenn die Methanwerte ansteigen. So erkennen Sie Gaslecks frühzeitig, gewinnen wertvolle Zeit zum Handeln und verhindern eine Gasexplosion.

(Titelbild: Shutterstock/ Studio Harmony)

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