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Kohlenmonoxidvergiftung: Wie kann ich die Gefahr minimieren?

Ratgeber zu Ursachen, Symptomen, Therapie und Warnmelder rund um die Kohlenmonoxidvergiftung.

Autor: Martin Jendrischik

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Ratgeber zu Ursachen, Symptomen, Therapie und Warnmelder rund um die Kohlenmonoxidvergiftung.

Die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung ist nicht zu unterschätzen - nach offiziellen Verlautbarungen des Statistischen Bundesamtes starben 650 Menschen allein im Jahr 2017 an einer Kohlenstoffmonoxidintoxikation. Dabei ist, nach Angaben von Ärzten, die Dunkelziffer der Fälle hoch, weil nicht jede Kohlenmonoxidvergiftung behandelt wird und die Symptome oft anderen Krankheiten zugeordnet werden. Auch bei der Ausstellung des Totenscheins wird nicht immer zweifelsfrei eine Kohlenmonoxidvergiftung ausgeschlossen.

Der WDR schätzt, dass es jährlich zu 5.000 Kohlenmonoxidvergiftungen in Deutschland kommt. Grundsätzlich wird das giftige Gas Kohlenmonoxid (abgekürzt CO) dann freigesetzt, wenn es zu einer unvollständigen Verbrennung von Biomasse, Holz, Kohle oder Gas kommt. In den USA beispielsweise kommt es pro Jahr zu 20.000 bis 50.000 Vergiftungsfällen durch CO – was das amerikanische Gesundheitssystem mit 1,3 Milliarden Dollar belastet. Während in den USA die Zahl der Todesopfer zurückgeht, steigt die Anzahl hierzulande dagegen.

Ursachen: Wie kommt es zu einer Kohlenmonoxidvergiftung?

Kohlenmonoxid bildet sich immer dann, wenn es zu einem nicht vollständigen Verbrennungsvorgang von Material aus Kohlenstoff kommt. Voraussetzung für die unvollständige Verbrennung sind hohe Temperaturen und niedrige Zuführung von Sauerstoff.

Eine Ursache für Kohlenmonoxid-Unfälle ist, wenn Gasheizungen einen Abgasrückstau bilden und Menschen in Räumen ohne ausreichenden Luftaustausch das gefährliche Gas über mehrere Minuten einatmen.Auch durch die unsachgemäße Nutzung von Kaminöfen kommt es immer wieder zu CO-Vergiftungen, weil entweder die Luftzufuhr unzureichend ist oder die Abgasabführung Kohlenmonoxid freisetzt.

Atmet ein Mensch das gefährliche Atemgift CO ein, gelangt es über die Lunge in den Blutkreislauf. Dort verbindet es sich mit dem Hämoglobin der roten Blutkörperchen. Und zwar genau dort, wo sich normalerweise Sauerstoff anheften würde. Allerdings ist die Bindung von CO an Hämoglobin wesentlich wirksamer als die des Sauerstoffs – folglich können die roten Blutkörperchen nicht mehr ausreichend Sauerstoff transportieren.

Innerhalb kurzer Zeit kann eine Kohlenmonoxidvergiftung zum Tod führen. Das Gas ist somit höchst gefährlich für den Menschen. Das Kohlenmonoxid ist deshalb so tückisch, weil das Gas unsichtbar ist und auch nicht geschmeckt oder gefühlt werden kann. Es dringt auch in Räume vor, in denen gar keine Quelle vorhanden ist – beispielsweise in Schlaf- oder Kinderzimmer.

Symptome: Anzeichen für eine Vergiftung durch Kohlenmonoxid

Symptome und Anzeichen für eine Kohlenmonoxidvergiftung gelten als eher unspezifisch – das bedeutet, dass Symptome wie Atemnot, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Schwindel leicht auch auf andere Ursachen wie etwa Wassermangel zurückgeführt werden können. Klarer wird es, sobald es zu Bewusstlosigkeit oder Tod kommt.

Ebenfalls eine Besonderheit der CO-Vergiftung: Die Symptome können auch erst 40 Tage nach der eigentlichen Vergiftung auftreten. Gerade dann wird die Erklärung, dass es sich um eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid handelt, erschwert.

Wie heftig die Symptome sind, hängt entscheidend von der CO-Konzentration ab (Quelle 1 und Quelle 2):

  • 35 ppm -> Kopfschmerzen und Schwindel, zumeist innerhalb von sechs bis acht Stunden
  • 100 ppm -> Kopfschmerzen (leicht) bereits nach zwei bis drei Stunden
  • 200 ppm -> Kopfschmerzen (leicht) bereits nach zwei bis drei Stunden und Verlust des Urteilsvermögens
  • 400 ppm -> Kopfschmerzen (stark) bereits nach ein bis zwei Stunden
  • 800 ppm -> Schwindel, Übelkeit, Krämpfe bereits nach 45 Minuten, Bewusstlosigkeit innerhalb von zwei Stunden möglich
  • 1.600 ppm -> Kopfschmerzen, erhöhte Herzfrequenz, Schwindel und Übelkeit innerhalb von 20 Minuten, Tod in weniger als zwei Stunden
  • 3.200 ppm -> Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit in fünf bis zehn Minuten, Tod innerhalb von 30 Minuten
  • 6.400 ppm -> Kopfschmerzen und Schwindel in ein bis zwei Minuten, Krampfanfälle, Atemstillstand und Tod in weniger als 20 Minuten
  • 12.800 ppm -> Bewusstlosigkeit nach zwei bis drei Atemzügen, Tod in weniger als drei (!) Minuten

Hitze begünstigt Unfälle mit Kohlenmonoxid

Während der Hitzewelle im Juli 2019 mit Temperaturen von bis zu 42,6 Grad Celsius in Nordrhein-Westfalen kam es zu einer ganzen Reihe von Unfällen mit Kohlenmonoxid – begünstigt durch die Hitze, die auch in Wohnungen oder Häusern groß war.

Daher warnen Feuerwehren, Schornsteinfeger und andere Experten vor Kohlenmonoxidvergiftungen durch defekte Gastherme. Bei großer Hitze besteht das Problem, dass die Abgase der Gastherme nicht warm genug sind, um sicher nach Außen abgeführt zu werden. Klimaanlagen und Dunstabzugshauben mit Luftwechsel nach Außen können diesen Effekt verstärken.

Therapie einer CO-Vergiftung

Die Behandlung einer Rauchgas- oder Kohlenmonoxidvergiftung sollte unverzüglich und spätestens in vier Stunden nach dem Unfall beginnen. Dabei wird versucht, das Kohlenstoffmonoxid schnellstmöglich aus dem Körper zu bekommen. die Therapie wird auch als CO-Intoxikation bezeichnet. Dabei wird reiner Sauerstoff bei gewöhnlichem, atmosphärischem Druck zugeführt. Das führt zu einer Verkürzung der Halbwertszeit des Kohlenmonoxids von 320 Minuten auf unter 100 Minuten. Diese Akuttherapie ist immer anzuwenden, sobald der Patient in einem Krankenhaus eintrifft und solange andauern, bis alle erkennbaren Symptome vollständig beseitigt sind.

Eine Stufe weiter geht diese Therapie einer CO-Vergiftung: Bei der sogenannten Hyberbaren Sauerstofftherapie (HBO) erfolgt eine rasche Entgiftung durch Überdruck in speziellen Sauerstoffkammern. Dies verringert die Gefahr von später auftretenden Komplikationen. Wie wertvoll diese Behandlung ist, zeigen die nachfolgenden Zahlen: Ohne eine HBO entstehen in 15 bis 40 Prozent der Fälle neurologische Spätkomplikationen, mit der Therapie sinkt diese Rate auf 1,6 Prozent.

Kohlenmonoxid-Warner retten Leben

Wie lässt sich die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung also minimieren? Wer eine Gastherme in einer kleinen Wohnung betreibt oder einen Kaminofen hat, der sollte unbedingt einen Kohlenmonoxid-Warner in seiner Wohnung oder seinem Haus installieren. Auf dem Markt gibt es Geräte jeder Preisklasse. Vorteilhaft sind Kompaktgeräte, die mit mehreren Sensoren ausgestattet sind und damit in der Lage sind, die gesamte Raumluft mit allen potenziellen Schadstoffen zu überwachen.

Der Luftqualitätsanalysator air-Q warnt ebenfalls vor Kohlenmonoxid. Durch die Verbindung mit der air-Q App für Smartphones, Tablets und Web-Browser lassen sich Warnmeldungen auch sicher übermitteln, selbst wenn der Wohnungseigentümer nicht Zuhause ist.  

(Bildquelle: Bild von Karsten Paulick auf Piaxaby)

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